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Ein Blog, in dem wir uns mit Inhalten aus Gesundheit, Sport und Training beschäftigen möchten. Hierfür laden wir uns viele interessante Menschen aus Sport, Medizin und Wirtschaft ein.
Unser heutiger Gast ist Profifußballer Moritz Hannemann. Neben dem Sport hat er gerade sein zweites Staatsexamen im Medizinstudium absolviert. Wir fragen Ihn wie er es schafft Sport und Studium miteinander zu vereinbaren und welche Herausforderungen er dabei hat.
„Servus Moritz! Du hast einen besonderen Karriereweg. Du hast es geschafft in den professionellen Fußball zu kommen und zusätzlich studierst Du Medizin. Wie lief das bei Dir ab?“
„Servus, Bei mir lief das so ab, dass ich zu Anfang meines Medizinstudiums in der Regionalliga in
Heimstetten gespielt habe. Der Fußball war da noch nicht professionell und wir haben meistens
abends trainiert. Die ersten drei Jahre meines Studiums war das deshalb sehr gut miteinander
vereinbaren. Diese drei Jahre waren Vollzeit Medizinstudium und abends beziehungsweise am
Wochenende dann Fußball. Später als ich dann schon einen relativ großen und zeitintensiven Teil
meines Studiums abgeschlossen habe, bekam ich die Möglichkeit, in den professionellen Fußball
aufzusteigen. Ich habe diese Chance wahrgenommen und bin zum SSV Ulm gegangen. Zu diesem
Zeitpunkt konnte ich den Rest des theoretischen Studiums flexibler gestalten. Ich hatte alle
Pflichtveranstaltungen abgeschlossen und konnte so selbstständiger lernen und nur zu den
Prüfungen erscheinen. Auch für das Staatsexamen konnte ich selbstständig
lernen und es dann schreiben, ohne jeden Tag an der Uni sein zu müssen.“
„Das Medizinstudium gilt als eins der anspruchsvollsten Studiengänge. Wie kam es zu der Entscheidung beide Wege gehen zu wollen?“
„Ich habe schon mein ganzes Leben lang Fußball gespielt und immer vom Profifußball geträumt.
Nach wie vor, möchte ich die beste Version von mir selbst als Fußballer werden und so hoch wie
möglich spielen. Dieser Ehrgeiz hat nie aufgehört. Auch nicht als ich es nicht sofort mit 18
Jahren in den Profifußball geschafft habe. Gleichzeitig bin ich jemand, der sich gerne intellektuell
fordert. Ich finde Medizin einfach sehr spannend und da auch das Studium anspruchsvoll ist und
eine Challenge darstellt, war das Studium für mich eine gute Möglichkeit. Am Anfang war der
Fokus mehr auf dem Studium, da es sehr anspruchsvoll war und der Fußball noch nicht
professionell war. Mit der Zeit kam dann die Chance in den Profifußball zu gehen. Dann hatte ich das
Glück, schon so viel vom Studium geschafft zu haben, dass ich den Rest ortsunabhängig und
selbstständig abschließen konnte.“
„Das Studium ist mit viel Lernen verbunden und professioneller Sport ist sehr zeitintensiv. Wie schaut bei Dir so ein typischer Tag aus?“
„Man muss sagen, dass die ersten drei Jahre des Studiums sehr zeitintensiv sind. Obwohl wir nur
abends und am Wochenende gespielt haben, war es eine Herausforderung. Ich hatte wenig
Freizeit oder klassisches Studentenleben. Ich habe gelernt, bin zum Training gefahren und dann Schlafen
gegangen. Am nächsten Tag das Gleiche. Das war eine lange Zeit so, bis sich das Leben ein
bisschen verändert hat und ich Profi wurde. Ich hatte dann vormittags Training und habe danach
etwas gelernt oder anders herum. Gerade vor dem zweiten Staatsexamen bin ich in der Früh
aufgestanden um zu Lernen und bin spät vormittags ins Training gegangen. Mittags habe ich
gegessen, habe mich ausgeruht und abends nochmals gelernt. Und das über einen Zeitraum von
hundert Tagen. Also man hat einen hundert Tage Lernplan, den man abarbeitet und der schon
anstrengend war. Es hat mir aber auch Spaß gemacht, weil ich so immer eine Struktur in meinem
Tag hatte.“
Sowohl das Studium als auch der Profisport bergen spezielle Herausforderungen. Hat Dir das eine bei dem anderen geholfen?“
„Das stimmt. Beide Bereiche sind auf ihre Art und Weise anspruchsvoll. Ich muss sagen, dass es
mir immer gut getan hat einen Ausgleich zu haben. Also wenn das Eine sehr fordernd war, habe
ich das Andere als Ausgleich genutzt. Den Sport zum Beispiel als Ausgleich für eine harte
Prüfungsphase, weil man etwas den Kopf frei bekommt.
Andererseits war der Fußball als ich Profi wurde irgendwann mit Leistungsdruck verbunden und
es war gut, wenn sich die Gedanken nicht nur um den Fußball gedreht haben. So würde ich
sagen, dass sich beides extrem gut ausbalanciert hat und ich aus beiden Bereichen für den
Anderen etwas mitnehmen konnte.“
„Welchen Tipp würdest Du jungen Sportlern geben, die Studium und Profisport vereinbaren wollen?“
„Wenn man die Möglichkeit hat, Studium und Profisport zu vereinen, dann würde ich das jedem
empfehlen. Das Studium muss natürlich genug Zeit lassen, um sich auf den Sport zu
konzentrieren und anders herum. Aber ich denke mit einer guten Struktur und Planung im
Tagesablauf ist das möglich. Dann hat man auch Freiräume wie Urlaub oder Freizeit. Aber man
muss mehr antizipieren als andere Studenten und beispielsweise früher anfangen zu lernen. Das ist ein großer Unterschied. Daher
ist mein Tipp: Es muss eine gute Struktur geben. Man kann aber aus beiden Bereichen so viel lernen und
Erfolgserlebnisse herausziehen, die Dir dann Selbstbewusstsein geben können. Daher kann ich jedem
raten, der die Chance hat: Macht es!“