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Ein Blog, in dem wir uns mit Inhalten aus Gesundheit, Sport und Training beschäftigen möchten. Hierfür laden wir uns viele interessante Menschen aus Sport, Medizin und Wirtschaft ein.

Unser heutiger Gast ist Privatdozent Dr. Berthold, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Mit Ihm sprechen wir über die Eigenbluttherapie und welche Wirkung diese im Körper hat.

„Servus Daniel! Kannst Du uns kurz erklären was Eigenbluttherapie ist?“

„Die Eigenbluttherapie, oder PRP wie sie in der modernen Sportorthopädie genannt wird, ist ein biologischer Botenstoff aus dem eigenen Körper. Bekannt wurde diese Methode vor allem als man 2006 NFL-Spieler mit PRP im Umfeld des Superbowls behandelt hat. Seit dem ist die Methode kaum mehr aus dem Profisport wegzudenken. 

In der Praxis nehmen wir dem Patienten Blut ab und bereiten es in einem speziellen Verfahren auf, sodass ein Konzentrat aus Blutplättchen entsteht. Diese Blutplättchen enthalten eine hohe Dichte an Wachstumsfaktoren und Signalproteinen. Diese Botenstoffe steuern zentrale Heilungsmechanismen: Sie fördern die Neubildung von Blutgefäßen, stimulieren die Aktivität von Reparaturzellen, unterstützen den Umbau geschädigter Sehnenfasern und beeinflussen entzündliche Prozesse im Gewebe. Einfach gesagt liefern sie dem Körper genau die biologischen Informationen, die er braucht, um Heilung gezielter und effizienter ablaufen zu lassen.“

„Bei welchen Beschwerden bzw. Verletzungen ist die Therapie mit Eigenblut sinnvoll?“

„PRP wird vor allem dort eingesetzt, wo Strukturen biologisch geschwächt, aber nicht vollständig zerstört sind. Dazu gehören hartnäckige Sehnenprobleme wie Patellasehnen-, Achillessehnen- oder Adduktoren und Hamstringsverletzungen, Muskelverletzungen, Kreuzbandrisse, Meniskusschäden und beginnende Knorpelschäden. Gerade im Profisport geht es dabei nicht nur um Schmerzlinderung, sondern um die Qualität des Gewebes und die Reduktion des Rückfallrisikos“. 

„Inwiefern kann Physiotherapie und Training Deiner Meinung nach, die Eigenbluttherapie nach einer Verletzung unterstützen?“

„PRP schafft das biologische Fundament. Den entscheidenden Reiz für stabile Heilung setzen jedoch mechanische Belastungen. Durch gezielte Physiotherapie, exzentrisches Krafttraining, neuromuskuläre Steuerung und sportartspezifischen Aufbau wird dem Gewebe „beigebracht“, wie es die biologischen Impulse umsetzen soll. Erst das Zusammenspiel aus Biologie und Training entscheidet darüber, ob aus Heilung wieder Belastbarkeit auf Wettkampfniveau wird.“

„Gibt es Risikofaktoren oder andere Ausschlusskriterien, die gegen eine Therapie sprechen?“

„Auch wenn körpereigenes Material verwendet wird, ist PRP eine medizinische Therapie. Akute Infektionen, relevante Blutgerinnungsstörungen, aktive Tumorerkrankungen oder schwere systemische Erkrankungen sprechen gegen eine Anwendung. Ebenso sollte PRP nicht zeitnah nach Kortisoninjektionen oder unter regelmäßiger Einnahme starker entzündungshemmender Medikamente durchgeführt werden, da diese die gewünschte biologische Reaktion deutlich abschwächen.“

„Welchen Tipp würdest Du Patienten und Sportlern geben, die eine Behandlung mit Eigenblut in Erwägung ziehen?“

„Eigenbluttherapie ist kein schneller Trick, sondern ein Präzisionsinstrument. Der größte Hebel liegt nicht in der Spritze, sondern im Konzept dahinter. Exakte Diagnostik, strukturelle Beurteilung der betroffenen Gewebe, individuell gesteuerte Injektionsprotokolle und ein eng verzahnter Reha- und Trainingsplan entscheiden über den Erfolg. Genau hier trennt sich Marketing von Medizin. Wer PRP auf Hochleistungsniveau einsetzen will, braucht Erfahrung, sportorthopädisches Verständnis und ein tiefes Wissen über Trainingssteuerung. Richtig angewendet ist PRP kein Wundermittel, sondern ein biologischer Performance-Booster. Falsch eingesetzt ist es wirkungslos.“

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